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Freundschaft Plus

No Strings Attached

Liebeskomödie. USA 2011. 108 Minuten.

Regie: Ivan Reitman
Mit: Natalie Portman, Ashton Kutcher

Sex ist super. Freundschaft ist toll. Nur mit der Liebe gibts immer Probleme. Kann man die nicht einfach weglassen? Natalie Portman und Ashton Kutcher versuchen sich in der hinreißendsten Liebeskomöde des jungen Jahres an einer Beziehung 2.0 - mit sehr unterhaltsamen Folgen.

Filmstart: 18. Februar 2011

Moderne junge Menschen. Clever, smart, fesch und ungebunden. Emma Kurtzman (Natalie Portman), pardon, Doktor Emma Kurtzman, ist Jungärztin in einem Krankenhaus in L.A. Der Job ist anstrengend, aber er macht ihr großen Spaß – ebenso wie das Rumhängen mit ihren Kolleginnen und Freundinnen Patrice (Greta Gerwig, Ben Stillers Filmpartnerin in Greenberg), Shira (Mindy Kaling) und dem schwulen Guy (Guy Branum). Liebestechnisch dagegen läufts nicht sooo toll. An Angeboten würds nicht mangeln, aber an jedem Kandidaten findet Emma irgendein Haar in der Suppe. Zu blöd, zu fad, zu eingebildet, zu verheiratet. Aber macht nichts, Emma kann gut für sich alleine sorgen, in jeder Hinsicht. So weiß sie auch immer, wer dran Schuld ist, wenn mal was daneben geht.
Adam Franklin (Ashton Kutcher) ist Emma zum ersten Mal begegnet, als sie beide mit 14 im Sommercamp waren. Irgendwie mochte sie den ungelenken Burschen, der als Sohn eines ehemaligen Fernseh-Superstars (großartig: Kevin Kline als midlife-kriselnder Has-been) im Camp Celebrity-Status genoss. Aber als er auf ihre philosophischen Überlegungen mit einem knappen "Kann ich dich ausgreifen?" konterte, war ihr klar, was sie von ihm zu halten hat.
Oder doch nicht? Als die beiden sich Jahre später unerwartet bei einer Studentenparty wiedersehen, reichts für ein paar nette Worte – und eine ungewöhniche Einladung: Aus einer Laune heraus nimmt Emma den völlig unvorbereiteten Adam zum Begräbnis ihres kurz zuvor verstorbenen Vaters mit. Warum, das weiß sie selber nicht so genau, aber irgendwie hilft ihr Adam, diesen schlimmen Tag zu überstehen.
Dann herrscht wieder Funkstille. Bis man einander zufällig auf der Straße über den Weg läuft und endlich mal Telefonnummern austauscht. Doch erneut vergehen Monate, bis Adam Emma tatsächlich anruft – und das auch nur im Vollsuff. Er hat nämlich erfahren, für wen ihn seine letzte Freundin verlassen hat: für seinen Dad. Grund genug für ein heftiges Trinkgelage mit anschließendem Telefonterror quer durch den Handyspeicher. Und so kommt es, dass er schließlich mit einem Mörderkater, aber ohne Gewand am Leib im Wohnzimmer von Emmas WG aufwacht.
Nein, Sex gabs in dieser Nacht keinen. Aber dafür in der Früh: Die ausgehungerte Emma findet den splitternackten, geknickten Adam nämlich äußerst verführerisch. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Ab nun treffen sich die beiden regelmäßig und treiben es miteinander, wo es ihnen grad einfällt – ein herrliches Vergnügen. Ohne schlechtes Gewissen, ohne Eifersucht, ohne Verantwortung. Und mit nur einer Regel: Wenn einer sich ernsthaft in den andern verliebt, wird die Sache sofort abgeblasen.
Am Anfang funktioniert das auch ganz super. Zu super, um genau zu sein. Die beiden verstehen sich nämlich auch vertikal prima – Adam ist von Emmas leicht neurotischer, kluger Art fasziniert, und sie wiederum findet seine vielen lustigen Einfälle gar nicht so dumm, wie zum Beispiel die "Perioden-Mix-CD", die er ihr aufnimmt, als Emma die Regel hat – mit Songs von Leona Lewis’ Bleeding Love bis zu I’ve Got The Whole World On A String von Frank Sinatra. Dem Außenstehenden ist natürlich längst klar: Da sind gerade zwei dabei, sich Hals über Kopf ineinander zu verknallen … oops, hoffentlich merken sies nicht!

Die Probleme bei der Liebe, die macht man sich fast immer selber. "Bei meinen eigenen Kindern ist mir aufgefallen, dass sich die jungen Leute von heute mit sexuellen Beziehungen viel leichter zu tun scheinen als mit emotionalen", war Regisseur Ivan Reitmans Ausgangspunkt für seine neueste Komödie. Reitman, seit Jahrzehnten im Geschäft und mit Classics von Ghostbusters bis Sechs Tage, sieben Nächte in der Bio einer von Hollywoods Komödien-Schwergewichten, hat mit Freundschft Plus wieder einen großen Wurf gelandet: Eine Liebeskomödie für Erwachsene jeden Alters, mit feinen Dialogen und heftigen Witzen. Vor einem Setting aus einer Vielzahl von liebevoll gezeichneten Nebenfiguren liefern sich Ashton Kutcher und Natalie Portman ein sexy Herzensgefecht, bei dem die Funken sprühen wie schon lang nicht mehr auf der Kinoleinwand.
Originelles Detail am Rande: Natalie Portmans Filmpartnerin in Black Swan, Mila Kunis, stand gerade für die Verfilmung einer recht ähnlichen Story vor der Kamera: In Freunde mit gewissen Vorzügen spielt sie eine junge Frau, die regelmäßig Sex mit Justin Timberlake hat – aber sich nicht in ihn verlieben will. Genau wie in Black Swan wird es Mila aber auch in Sachen Love-Story nicht leicht haben, Natalies Performance zu toppen!

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Freundschaft Plus
Originaltitel No Strings Attached
Genre Liebeskomödie
Land, Jahr USA, 2011
Länge 108 Minuten
Regie Ivan Reitman
Drehbuch Elizabeth Meriwether, Michael Samonek
Kamera Rogier Stoffers
Schnitt Dana E. Glauberman
Musik John Debney
Produktion Jeffrey Clifford, Joe Medjuck, Ivan Reitman, Natalie Portman
Darsteller Natalie Portman, Ashton Kutcher, Lake Bell, Chris "Ludacris" Bridges, Mindy Kaling, Guy Branum, Kevin Kline, Greta Gerwig, Cary Elwes
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

Skurril, spaßig, süß-sauer, schräg

Eins vorweg - den Humor des Films muß man mögen oder findet ihn bescheuert. Fans von Scrubs kommen hier voll auf ihre Kosten, denn Natalie Portman ist Mitglied einer skurrilen Ärzte-WG, und zum Unverständnis ihrer Mitbewohner reißt sie den TV-Mitarbeiter Ashton Kutcher, der immer noch im Schatten seines ebenso erfolgreichen wie verkifften Showproduzenten-Vaters steht, auf und beginnt mit ihm eine seltsame Beziehung: Nämlich gar keine, sondern eine Freundschaft, bei der es nicht um Gefühle sondern um Sex zum Spaß geht. Es kommt, wie es kommen muß: Kutcher verliebt sich, die Freundschaft zerbricht (vorerst), das Ende ist vorhersehbar und in rosaroten Kino-Kitsch gehüllt mit der Botschaft: Zu gutem Sex gehört in erster Linie eine heftige Portion Herz.

So mancher Scherz ist zum Zerkugeln, mancher abgedroschen und seicht, in Summe reicht ein Mal ansehen aber aus. Die DVD -Sammlung kommt auch ohne diesen Streifen aus.

27. Februar 2011
22:17 Uhr

von gothicvoice

Humorvoll ist anders...

Ich habe mir den Film letztes Wochenende angesehen und ich muss ehrlich sagen, ich war enttäuscht. Dachte mir wenn der Film so eine gute Bewertung hätte, dann würde dieser auch gut sein. Aber null spur von humor....typische liebesgeschichte, wo es hauptsächlich nur ums poppen geht. Wäre ich beim Film eingepennt, hätte ich auch nichts versäumt...Also wirklich der Film hat nicht einmal 3 sterne verdient!

28. Februar 2011
08:25 Uhr

von System24m

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