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Green Zone

Green Zone

Drama, Kriegsfilm. USA 2010.

Regie: Paul Greengrass
Mit: Matt Damon, Greg Kinnear

Wo gehts hier bitte zur Wahrheit? Als Army-Officer Roy Miller ist Matt Damon der größten Lüge der Bush-Regierung auf der Spur - und das mitten im Hexenkessel von Bagdad. Sensationeller Polit-Kriegsthriller von Spannungsprofi Paul Greengrass!

Filmstart: 19. März 2010

Einer der schönsten Witze über den Irak-Krieg geht so: Fragt Kofi Annan den US-Präsidenten: "Mr. Bush, welchen Beweis haben Sie, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt?" Sagt George W.: "Wir haben die Quittungen aufgehoben!" Was mittlerweile jedes Kind weiß, und zwar dass die angeblichen Waffen im Irak nie existiert haben, war 2003 noch nicht bekannt. Der Irak sei im Besitz von Massenvernichtungswaffen, und der Einmarsch sei daher praktisch Selbstverteidigung, so hieß es aus dem Weißen Haus. Also wurden tausende Soldaten in den Irak geschickt, vorgeblich, um einen Krieg zu verhindern - dabei begann damit erst der eigentliche Wahnsinn. So wirklich einfach zu durchschauen ist das aber nach wie vor nicht. Wie war das damals nun tatsächlich?

"Thriller sprechen eine Sprache, die die Zuschauer verstehen", sagt Regisseur Paul Greengrass. "Das Kino kann uns auf eine Weise an Orte versetzen, wie es die TV-Nachrichten eben nicht können." Also fragen wir Greengrass: Wie war das damals, mit dem Irak-Krieg? Green Zone versetzt uns mitten in den Irak, in den Frühling 2003, unmittelbar nach der Eroberung Bagdads. Es herrscht überall Chaos und Panik, hinter jeder Ecke scheint ein Feind zu lauern. Die Einheit von US-Armee-Offizier Roy Miller (Matt Damon) hat die Aufgabe, genau jene Massenvernichtungswaffen, Chemischen Waffen und Biologischen Kampfstoffe zu finden, die angeblich irgendwo in der Stadt versteckt sind. Das Thema hat oberste Priorität. Auf ihrer Suche müssen die Soldaten die Green Zone verlassen, jenes Gebiet im Zentrum Bagdads, das als sicher gilt, umschlossen von hohen Mauern und Stacheldraht und bewacht von internationalen Sicherheitskräften. Außerhalb dieser Zone ist alles voller Minen, Sprengfallen und potentieller Hinterhalte, und irgendwo hier soll Miller mit seinen Leuten die Waffen entdecken. Doch Einsatz um Einsatz geht vorbei, es gibt immer wieder Tote und Verletzte. Was es aber nicht gibt, ist auch nur die Spur eines Hauchs der ominösen Massenvernichtungswaffen. Existieren die Waffen wirklich? Ist dieser Magellan, der Informant, von dem das US-Militär die immer wieder ins Leere führenden Tipps über Waffenverstecke erhält, überhaupt glaubwürdig? Miller zweifelt und beginnt gegenüber seinen Vorgesetzten, die Vertrauenswürdigkeit Magellans in Frage zu stellen. Doch davon halten die Generäle genau gar nichts. Vom Chef der lokalen CIA-Niederlassung, Martin Brown (Brendan Gleeson), hingegen wird Miller in seinen Zweifeln bestärkt: An dem Insider ist etwas faul. Als sich für Miller überraschend die Chance ergibt, des dubiosen Informanten habhaft zu werden, macht er sich mit einer Handvoll loyaler Männer entgegen aller Befehle auf die Suche nach der Wahrheit. Damit bringt er nicht nur die auffallend Washington-freundliche Berichterstattung der Journalistin Lawrie Dayne (Amy Smart) in Verruf, sondern schafft sich einen wahrhaft mächtigen Feind: den schmierigen Regierungsbeamten Clark Poundstone (Greg Kinnear), der es unter keinen Umständen zulassen wird, dass ein eigenmächtig agierender Wahrheitsfanatiker irgendwas ans Licht zerrt, was in Washington Erklärungsnotstand auslösen könnte. 

"Miller ist praktisch besessen davon herauszufinden, was sich wirklich abspielt, und will der Wahrheit auf den Grund gehen", beschreibt Matt Damon die Motivation seiner Figur. Damit ist er, ganz ähnlich wie Damons Paraderolle Jason Bourne, ein Mann mit einer lebensgefährlichen Mission. Anders als bei den Bourne-Thrillern ist das Drumherum in Green Zone aber höchst wahrhaftig: Drehbuchautor-Allrounder Brian Helgeland (Mystic River, Pelham 123, L.A. Confidential, Mitternachtszirkus) verließ sich für seine Recherchen im Wesentlichen auf das aufwühlende Sachbuch Imperial Life in the Emerald City des Journalisten Rajiv Chandrasekaran, der darin die problematischen Bemühungen der Amerikaner beschreibt, für den Wiederaufbau im Irak zu sorgen. Außerdem, so Matt Damon, haben Irak-Kreigsheimkehrer direkt am Set mitgearbeitet und mitgespielt: "Für mich war ausschlaggebend für die Mitarbeit, dass ich dabei die Chance hatte, mit Veteranen zusammenzuarbeiten, die gerade aus dem Irak und Afghanistan zurückgekehrt waren. Sie waren diejenigen, die unsere Besetzung wirklich ausmachten. Sie halfen dabei, eine Umgebung zu erschaffen, die sehr authentisch wirkte", schwärmt Damon: „Mit Menschen zusammen zu sein, die derart wachsam sind und diese Situationen schon selbst erlebt haben, ist für einen Schauspieler von unschätzbarem Wert."

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Green Zone
Originaltitel Green Zone
Genre Drama/Kriegsfilm
Land, Jahr USA, 2010
Regie Paul Greengrass
Drehbuch Brian Helgeland basierend auf dem Buch Imperial Life in the Emerald City: Inside Iraq's Green Zone von Rajiv Chandrasekaran
Kamera Barry Ackroyd
Schnitt Christopher Rouse
Musik John Powell
Produktion Lloyd Levin, Tim Bevan, Eric Fellner, Paul Greengrass
Darsteller Matt Damon, Greg Kinnear, Yigal Naor, Said Faraj, Jason Isaacs, Brendan Gleeson
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

Kritik

Der Film ist echt brilliant. Ich hätte mir nicht erwartet, dass die Amis so einen selbstkritischen Film zustande bekommen. Matt Damon überzeugt wieder einmal in einer Actionrolle mit seinem Können. Wer diesen Film verpasst, ist selbst schuld.

20. April 2010
13:50 Uhr

von JamesBond007

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