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Kick-Ass

Kick-Ass

Action-Komödie, Comic-Verfilmung. USA 2010. 117 Minuten.

Regie: Matthew Vaughn
Mit: Aaron Taylor-Johnson, Chloë Grace Moretz, Nicolas Cage, Mark Strong

Das Leben ist kein Kinderspiel. Highschool-Loser Dave Lizewski spielt den Hero und bekommts prompt mit echten Bösewichten und (fast) echten Superhelden zu tun - darunter einer 11-jährigen Killerin. Grandios-respektlose Comic-Verfilmung mit viel Witz, Blut und dem totalen Kick!

Filmstart: 23. April 2010

In der Highschool-Hackordnung ist Dave (Aaron Johnson), fast 18, eher im unteren Bereich daheim: Er ist einer von den Losern, die von Mädels gar nicht, von rauflustigen Großmäulern dafür um so mehr beachtet werden. Nach der Schule rettet er sich mit seinen Leidensgenossen in den Comic-Shop - wo sie darüber lamentieren, dass sie nichts Besseres zu tun haben.
Doch eines Tages hat Dave eine Idee. Er ist umgeben von Comic-Superhelden, die sich mit ganzem Herzen der Rettung der Welt widmen. Warum, verdammt, macht sowas denn in Wirklichkeit niemand? "Weil niemand Superkräfte hat“, meint einer von Daves Kumpels trocken. Aber was ist dann mit Batman? Bruce Wayne hatte doch auch nichts Überirdisches an sich? "Na sicher doch. Überirdisch viel Kohle!“
Lahme Ausreden. Bruce hatte vielleicht Geld, dafür hat Dave Ebay. Schon wenige Tage später ist sein nagelneuer Superhelden-Suit in der Post! Sicher, manche würden "komische Schiunterwäsche mit Gummihandschuhen“ dazu sagen, aber was solls! Euphorisch macht sich Dave auf seine erste Patrouille durch die raue Nachbarschaft. Lang muss er nicht warten, bis er die ersten Gangster stellt. Next stop: Krankenhaus. Bauchstich und Knochenbrüche.
Desillusioniert? Nein. Außer Gefecht gesetzt? Schon gar nicht! Was Dave (knapp) nicht umbrachte, hat ihn noch härter gemacht - im wahrsten Sinne des Wortes: Zahlreiche Metallteile verstärken sein geschundenes Skelett, außerdem sind seine Nerven so angegriffen, dass er kaum noch Schmerz verspürt. Die ideale Ausgangslage also für den zweiten Anlauf als Superheld! Und tatsächlich, Daves nächster Einsatz endet mit einem Triumph: Allein vermöbelt er gleich mehrere Kleinganoven. Und weil sämtliche Zeugen der epischen Rauferei zwar nicht helfend eingreifen, aber dafür brav mit ihren Handys mitfilmen, wird Dave diesmal nicht abgestochen, sondern landet lebendig auf Youtube. Jetzt ist er tatsächlich ein Superhero: Kick-Ass, der Held der Straße!
Auf seiner eilig eingerichteten Myspace-Page häufen sich Freundschaftsanfragen und Hilferufe, die ganze Stadt rätselt über die wahre Identität des grün-gelben Rächers. Doch auch für den unmaskierten Dave gibts sozialen Fortschritt: Seine ganz große Liebe Katie (Lyndsy Fonseca) beginnt sich plötzlich, für ihn zu interessieren. Zwar nur rein freundschaftlich - Katie hält Dave nämlich für einen supernetten Schwulen - aber was solls! So nahe ist er noch keiner Frau gekommen, die nicht aus Papier war! Und klar wird er ihr helfen, ihren gewalttätigen Ex loszuwerden.
Besagter Ex ist jedoch ein berüchtigter Drogendealer - und so steht Kick-Ass mit seinem Lycra-Anzug plötzlich in einem finsteren Apartment voller schwerst bewaffneter Gangmitglieder. Doch kurz vor dem (diesmal wirklich fast) sicheren Tod wirbelt plötzlich ein kleines lila Etwas durch die Wohnung und metzelt die Bösewichte aufs Effektivste nieder.
Es ist ein kleines Mädchen, ebenso herzig wie absolut tödlich. Hit-Girl, mit bürgerlichem Namen Mindy, ist gerade 11 - und von ihrem Daddy Damon Macready alias Big Daddy (Nicolas Cage, wiedermal unpackbar) seit ihrem 5. Lebensjahr zur Mini-Kampfmaschine ausgebildet worden. Der war früher Cop, rennt heute am liebsten im kugelsicheren Batman-Outfit durch die Gegend und hat in seiner Garage ein Waffenarsenal, das den Mossad beeindrucken würde: Denn die Macreadys führen einen erbitterten 1,5-Mann-Feldzug gegen den Unterwelt-Oberboss Frank D’Amico (Mark Strong), der für den Tod von Mindys Mum und Damons unehrenhafte Entlassung aus dem Polizeidienst verantwortlich war. Dave war also weder der stärkste noch der Erste mit der Superhelden-Idee. Und auch nicht der Letzte: Plötzlich taucht noch ein Typ mit Maske auf: Red Mist (Christopher Mintz-Plasse) hat zwar auch keine "echten“ Superkräfte, dafür aber einen Sportwagen und ein Cape! Was Kick-Ass allerdings nicht weiß: In Zivil ist Red Mist kein anderer als sein Schulkollege - und der einzige Sohn von Mafiaboss D’Amico. Die ideale Ausgangsbasis für epische Konflikte ...

Comic-Verfilmungen gibts ja viele, aber so eine hat man noch nicht gesehen: "Kick-Ass“ bedeutet auf Deutsch in etwa "supertoll“ - wörtlich in etwa "Arschtritt-mäßig“. Und ebenso rotzfrech und respektlos wie der Titel ist der ganze Film. Aber trotz der vielen rasant-blutigen Action-Szenen und wilden Pointen geht Kick-Ass (übrigens Co-produziert von Brad Pitt!) auch ordentlich in die Tiefe: Nicht nur werden hier die Absurditäten der modernen Kommunikation clever aufs Korn genommen, Regisseur Matthew Vaughns furiose Heldensaga ist auch ein wunderbares Porträt der Welt eines Heranwachsenden am Anfang des 21. Jahrhunderts, drastischer, einfühlsamer und wahrhaftiger als die meisten Coming-of-Age-Dramen.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Kick-Ass
Originaltitel Kick-Ass
Genre Action-Komödie/Comic-Verfilmung
Land, Jahr USA, 2010
Länge 117 Minuten
Regie Matthew Vaughn
Drehbuch Matthew Vaughn, Jane Goldman nach den Comics von Mark Millar
Kamera Ben Davis
Schnitt Eddie Hamilton, Jon Harris
Musik Ilan Eshkeri, Henry Jackman
Produktion Brad Pitt, Matthew Vaughn
Darsteller Aaron Taylor-Johnson, Chloë Grace Moretz, Nicolas Cage, Mark Strong, Lyndsy Fonseca, Christopher Mintz-Plasse
Verleih UPI

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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