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American Passages

American Passages

Dokumentation. Österreich 2011. 120 Minuten.

Regie: Ruth Beckermann

Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Fanatische Christen, Irak-Veteranen, Sozialhilfeempfänger, Architekturtheoretiker und Bürgerrechtler - Ruth Beckermann begegnet in ihrem fulminanten Amerika-Panorama einem Land der vielen Gesichter, der zerstörten Träume und der unbezähmbaren Hoffnungen.

Filmstart: 25. November 2011

Das Empire State Building. Endlose Highways. Der Sunset Boulevard. Jeder weiß, wie es in Amerika aussieht. Oder? Die österreichische Dokumentaristin Ruth Beckermann lernte das Land erstmals kennen, als sie Anfang der Siebziger Jahre als Studentin nach New York kam, eigentlich, um ihre Dissertation fertigzustellen. Tatsächlich aber schrieb sie sich auf der School of Visual Arts ein, begann zu fotografieren und beschäftigte sich mit amerikanischer Fotografie. Unter anderem lernte sie die Arbeit des aus der Schweiz stammenden Fotografen und Regisseurs Robert Frank kennen, dessen berühmter Fotoessay The Americans (1958) sie tief beeindruckt hat. Frank war dafür zwei Jahre lang mit dem Auto durch die Vereinigten Staaten gefahren und hatte fotografiert, was ihm begegnete: einfache Menschen, glamouröse Damen in Abendtoilette ebenso wie coole Cowboys, schmutzige Ecken, einsame Kinder und festliche Umzüge.
American Passages ist so etwas wie eine späte Antwort auf Franks Bilder: Auch Beckermann reiste mit dem Auto, dem Kameramann und vielen Fragen durch ein Land, das wir zwar zu kennen glauben, das aber in vielen Aspekten ganz anders ist als alle europäischen Erwartungen. Insgesamt 11 Bundesstaaten, von New York über den tiefen Süden in Mississippi, Alabama und Georgia über den Mittleren Westen in Oklahoma bis in den Westen, Nevada, suchte Beckermann auf. Ihr Konzept: Amerika abzubilden in jenem historischen Moment zwischen größter Hoffnung nach der Wahl Barack Obamas zum ersten afroamerikanischen Präsidenten und tiefster Niedergeschlagenheit nach dem Beginn der Finanzkrise an der New Yorker Wall Street. Wer ihr dabei begegnete? Ein junger, desillusionierter Irak-Veteran, der mit dem Joint in der Hand davon erzählt, wie er die Anschläge vom 11. September 2001 erlebt hat. Afroamerikanische Richterinnen, die sich erinnern an eine Zeit, in der es weder Frauen noch Schwarze in ihrem Job gab. Homosexuelle Adoptivväter, die davon berichten, wie sie unverhofft durch die Ankunft von Zwillingen zur Familie wurden. Eine Frau im Gefängnis, die ihren Drogenentzug feiert. Eine andere Frau, die weinend ihr Leben in Schachteln packt, weil sie ihr Haus an die Bank verliert. Betende Studenten auf einem christlichen Uni-Campus. Ein Zuhälter am Spieltisch in Las Vegas … Es sind Begegnungen von großer Unmittelbarkeit, sorgfältige Momentaufnahmen, die Schlaglichter auf ein Land werfen, das für Menschen aus der ganzen Welt Sehnsuchtsort und Projektionsfläche zugleich ist: American Passages ist eine Collage, die das Bild einer Nation im Wandel ergibt und im besten Sinne im Vorbeigehen erzählt ist.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel American Passages
Originaltitel American Passages
Genre Dokumentation
Land, Jahr Österreich, 2011
Länge 120 Minuten
Regie Ruth Beckermann
Drehbuch Ruth Beckermann
Kamera Antoine Parouty, Lisa Rinzler
Schnitt Dieter Pichler
Produktion Ruth Beckermann
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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