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Gemma Bovery

Gemma Bovery

Tragikomödie. Frankreich 2014. 108 Minuten.

Regie: Anne Fontaine
Mit: Gemma Arterton, Jason Flemyng, Fabrice Luchini

Ein ältlicher Bäcker (Fabrice Luchini) in einer französischen Kleinstadt verknallt sich in eine sinnliche Britin (Gemma Arterton) - und entdeckt an ihr unerwartete Parallelen zu seiner literarischen Lieblingsfigur.

Filmstart: 18. September 2014

Dorfgeschichten. Im kleinen Städtchen in der Normandie geht man, wie der örtliche Bäcker Raymond (Fabrice Luchini) darlegt, an die Dinge des Lebens noch mit gebotener Ernsthaftigkeit heran - das trifft aufs Brotbacken genauso zu wie auf die Literatur. Raymond ist überaus belesen, um so frustrierender für ihn, dass sich sein Teenager-Sohn nur für Videospiele interessiert.

Neu einrichten. Dann ziehen ins Nachbarhaus nach Jahren des Leerstands neue Bewohner ein: Ein britisches Ehepaar (Gemma Arterton, Jason Flemyng), er Restaurator, sie Malerin, das dringend Abstand vom hektischen London braucht. Raymond ist hingerissen, als sich die neuen Nachbarn vorstellen: Sie heißen ausgerechnet Gemma und Charlie Bovery - fast genauso wie die Hauptfiguren aus Raymonds Lieblingsbuch, Gustave Flauberts Klassiker Madame Bovary. Gemma und Charlie, Emma und Charles. Dass Gemma noch dazu sehr attraktiv ist, schmälert die Faszination natürlich keineswegs. Raymond beginnt, sie zu beobachten - und entdeckt immer mehr Parallelen zur berühmten Madame: So wie sie stellt auch Gemma bald fest, dass das Landleben weniger aus Alltagsidyll als vielmehr aus schlechtem Wetter, verstopften Abflüssen, lästigen Nachbarn und viel, viel Arbeit besteht. Doch auch Gemma ist kein Kind von Traurigkeit und beginnt schließlich eine Affäre mit einem jungen Adeligen - genau wie Emma Bovary. Dass diese Liebesgeschichte keine Zukunft haben kann, ist ebenfalls klar - und Raymond wird langsam angst und bang, denn bekanntlich starb die originale Madame Bovary in der Romanvorlage einen gar schrecklichen Tod …

Zeichnen & Dichten. Die Illustratorin und Comiczeichnerin Posy Simmonds ist in ihrer britischen Heimat eine Institution, seit den 1970er-Jahren erscheinen ihre Fortsetzungs-Comics in der Tageszeitung The Guardian. Stephen Frears verfilmte bereits 2010 einen davon (Immer Drama um Tamara, lustigerweise ebenfalls mit Gemma Arterton in der Titelrolle), nun brachte die französische Regisseurin Anne Fontaine (Mein liebster Albtraum, Tage am Strand) Gemma Bovery auf die Kinoleinwand - als liebevoll inszeniertes, poetisch-tragikomisches Filmvergnügen vor hinreißend schöner Kulisse.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel Gemma Bovery
Originaltitel Gemma Bovery
Genre Tragikomödie
Land, Jahr Frankreich, 2014
Länge 108 Minuten
Regie Anne Fontaine
Drehbuch Pascal Bonitzer, Anne Fontaine basierend auf den Comics von Posy Simmonds
Kamera Christophe Beaucarne
Schnitt Annette Dutertre
Musik Bruno Coulais
Produktion Philippe Carcassonne, Matthieu Tarot
Darsteller Gemma Arterton, Jason Flemyng, Fabrice Luchini
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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