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Meine Heldin

L´Ennui

Literaturverfilmung. Frankreich 1998. 120 Minuten.

Regie: Cédric Kahn
Mit: Charles Berling, Sophie Guillemin, Arielle Dombasle

Martins Ex-Ehefrau ist weltgewandt, sublim und wunderschön. Ihr einziger Fehler: Sie hat ihn verlassen! Als er die erst 17-jährige Cécilia kennenlernt, stürzt er sich Hals über Kopf in eine leidenschaftliche Affäre, die ihn fast den Verstand kostet.

"Ich habe die Liebe aufgeben!" Der Philosophie-Professor Martin (Charles Berling) hat sich selbst aufgeben. Seit seiner Scheidung von Sophie (Arielle Dombasle) ist Martins Leben aus den Fugen geraten. Die Realität geht an ihm fast spurlos vorbei. Seine Mitmenschen interessieren ihn nicht, ebenso wenig sein Beruf. Auf einer seiner nächtlichen Irrfahrten durch die Straßen von Paris begegnet er dem Maler Meyers (Robert Kramer). Als er drei Tage später in Meyers Atelier auftaucht, muss er erfahren, dass dieser plötzlich und "auf sehr angenehme Weise" verstorben ist: Beim Liebesakt mit einem blutjungen Mädchen. Eben dieses trifft Martin im Atelier an. Cécilia (Sophie Guillemin), Meyers Aktmodell und Geliebte, ist erst siebzehn und vollkommen unscheinbar. Martins Neugierde ist nahezu grenzenlos, als er erfährt, dass der alternde Maler der jungen Frau mit den großen Brüsten und den kindlichen Gesichtszügen hörig war. Zumal Cécila wenig Projektionsfläche für Emotionen bietet: Der Tod ihres Geliebten scheint sie völlig kalt zu lassen. Warum? "Er war langweilig!" meint sie und bietet sich im selben Moment unverblühmt Martin als seine neue Geliebte an.
Getrieben von dem Wunsch, hinter das Geheimnis von Meyers Abhängigkeit von Cécilia zu kommen und dem Ehrgeiz, die "Unersättliche" so zu beglücken, dass ihr das Wort "Langeweile" nie mehr über die Lippen kommt, läßt sich Martin - zunächst widerwillig - auf eine Affäre mit Cécilia ein. Bei den täglichen Treffen in Martins Wohnung funktioniert Cécilia wie ein Uhrwerk: Sie kommt pünktlich und verläßt ihn jedes Mal nach dem Liebesakt mit der gleichen sanften Gleichgültigkeit, mit der sie gekommen war. Für Martin bleibt Cécilias Teilnahmslosigkeit ein Rätsel. Je leidenschaftlicher er sich in diese Liebe verstrickt, desto unnahbarer und undurchdringlicher erscheint ihm seine Geliebte. Sein Intellekt scheitert an ihrer Naivität. Rasend vor Eifersucht durchdringt er Cécilias Leben, er beschattet sie und stellt er verzweifelt fest, dass er - wie sein Vorgänger Meyers - von dem Mädchen und seiner unstillbaren Lust besessen ist.
"Die Lust der Frauen ist das große Mysterium für die Männer - und dieses Mysterium ist wahrscheinlich der Kern dieser Geschichte, " sagt Regisseur Cédric Kahn über Meine Heldin.

Text:  Catherine Holzer

Credits

Titel Meine Heldin
Originaltitel L´Ennui
Genre Literaturverfilmung
Land, Jahr Frankreich, 1998
Länge 120 Minuten
Regie Cédric Kahn
Drehbuch Laurence Ferreira Barbosa, Cédric Kahn nach dem Roman von Alberto Moravia
Kamera Pascal Marti
Schnitt Yann Dedet
Produktion Paulo Branco
Darsteller Charles Berling, Sophie Guillemin, Arielle Dombasle, Robert Kramer
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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