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In the Cut

In the Cut

Thriller. Australien, USA 2003. 120 Minuten.

Regie: Jane Campion
Mit: Meg Ryan, Kevin Bacon, Mark Ruffalo

Eine einsame Intellektuelle (Meg Ryan), ein tougher Polizist (Mark Ruffalo), eine heiße, riskante Affäre und ein bestialischer Frauenmörder: Starbesetzter Erotik-Psychothriller von Jane Campion (Das Piano).

Beunruhigend ist es schon, dass nur ein paar Häuser weiter eine junge Frau mit äußerster Brutalität ermordet und zerstückelt wurde. Aber so ist eben New York mit all seinen Höhen und Tiefen - und Frannie Avery (Meg Ryan), Literaturprofessorin Mitte Dreißig, Single und hinsichtlich möglicher Liebesbeziehungen längst bis hin zum selbstkritischen Sarkasmus desillusioniert, hat genug eigene Sorgen. Einer ihrer Schüler zum Beispiel, der hochbegabte und blitzgescheite Cornelius (Sharrieff Pugh), drängt sich aggressiv in ihr Leben, und sie fühlt sich irgendwie zu ihm hingezogen, aber mehr als Mentor denn als Frau. Frannies unbedeutend jüngere Schwester Pauline (Jennifer Jason Leigh), die mit der Einsamkeit weit weniger gut zurecht kommt als sie, verfolgt einen Arzt zwanghaft mit romantisch motivierten Belästigungen und wird deshalb demnächst vor Gericht stehen. Und Frannie selbst hat auch einen Verfolger - den unverkennbar verhaltensgestörten John (Kevin Bacon), mit dem sie dummerweise eine Affäre hatte und den die Einsamkeit schon ziemlich verrückt gemacht hat.
Dann platzt eines Tages der italoamerikanische Police Detective Giovanni Malloy (Mark Ruffalo) in Frannies Leben. Unverschämt stolziert der Schnauzbartträger durch ihre Wohnung, stellt anzügliche Fragen und zieht mit einem zynischen Desinteresse, für das er eigentlich noch viel zu jung scheint, eine betont lässige Macho-Flirtnummer ab. Malloy untersucht den Frauenmord. Frannie war eine der letzten, die das Mädchen lebend gesehen hat. Sie hat womöglich sogar den Mörder gesehen. Aber wirklich behilflich kann sie Malloy bei seinen Untersuchungen nicht sein. Das Feuer ist trotzdem geschürt: Bald finden sich Fran und Malloy mitten in einer heißen Affäre wieder. Aber über dem möglichen Glück hängen tiefschwarze Wolken: Der Frauenmörder, der in immer kürzeren Abständen wieder und wieder zuschlägt, befindet sich eindeutig in Frannies nächstem Umfeld. Ist es der verwahrloste John, der sich eines Abends sogar in Frans Apartment einschleicht? Ist es Cornelius, dessen Annäherungsversuche immer drängender werden? Oder ist es am Ende sogar Malloy selbst?
Verlangen und Sehnsucht, Desillusion und seelische Abgründe: Jane Campion liefert mit In The Cut einen genauso eiskalten wie brennend heißen Erotik-Psychothriller, in dem es vor allem um die vielen Facetten der Einsamkeit geht - und darum, wie unterschiedlich heutige Menschen mit ihr fertig werden. Meg Ryan zeigt in diesem Film ein völlig neues Gesicht - sie demontiert geradezu ihr Image als harmlos-süßes Herzchen und liefert andererseits doch dessen perfekte Weiterführung in eine erwachsene Form. Das allein wäre schon einen Kniefall wert. Und dass Nicole Kidman den Film produziert hat, spricht auch für sich. Vor allem aber besticht dieser äußerst intensive und im Grund zutiefst romantische Film mit einer nie zuvor gesehenen Thriller-Erzählung aus weiblicher Perspektive. Das macht ihn auch besonders aufschlussreich für Männer. Kurz gesagt: ein Meisterwerk.

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel In the Cut
Originaltitel In the Cut
Genre Thriller
Land, Jahr Australien/USA, 2003
Länge 120 Minuten
Regie Jane Campion
Drehbuch Jane Campion, Susanna Moore
Kamera Dion Beebe
Schnitt Alexandre de Franceschi
Musik Hilmar Örn Hilmarsson
Produktion Nicole Kidman, Laurie Parker
Darsteller Meg Ryan, Kevin Bacon, Mark Ruffalo, Jennifer Jason Leigh, Mick Damici, Sharrieff Pugh

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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