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Die fetten Jahre sind vorbei

Die fetten Jahre sind vorbei

Drama. Deutschland, Österreich 2004. 124 Minuten.

Regie: Hans Weingartner
Mit: Daniel Brühl, Stipe Erceg, Julia Jentsch

Pure Energie vom ersten bis zum letzten Bild. Deutschlands aufregendste Jungschauspieler (Daniel Brühl, Julia Jentsch und Stipe Erceg) in einem Film, der so frech und frei und klug ist wie fröhliche Punkmusik.

Filmstart: 26. November 2004

Jule (Julia Jentsch) ist jung, hat den Hals voller Schulden und eigentlich schon keine Zukunft mehr. Als sie zu allem Überfluss auch noch mit der Miete in Rückstand gerät, fliegt sie hochkant aus ihrer Bude raus. Jetzt kriecht sie bei Peter (Stipe Erceg) unter, der mit seinem Kumpel Jan (Daniel Brühl) in einer Wohngemeinschaft lebt. Jan ist voller Wut, das sieht Jule auf dem ersten Blick. Er wirkt verschlossen, geheimnisvoll, irgendwie gefährlich, aber vielleicht gerade deshalb auch ungemein anziehend auf sie.
Jan und Peter sind "Die Erziehungsberechtigten". Rebellische junge Außenseiter, die ihren Zorn auf die Gesellschaft in nächtlichen Geheimaktionen ausleben. Spaß-Guerillas mit ernstem Hintergrund. Ihre Methode hat Humor und Härte.
Was denkt sich wohl ein reicher Sack, wenn er vom Wellness-Wochenende in die Nobelvilla zurückkommt und sein Leben nicht mehr wieder erkennt, weil alles, was für ihn von Wert ist, vertauscht, verstellt und verschoben wurde? Irgendwer ist in sein Allerheiligstes eingedrungen, hat problemlos sämtliche Alarmanlagen geknackt und ein gewaltiges Chaos hinterlassen. Geklaut wurde nichts, soviel steht nach dem ersten Schrecken fest, aber dafür liegt die Wohnzimmercouch im Swimmingpool, die Stereoanlage im Kühlschrank und die Sammlung aus bunten Porzellanfiguren im Waschbecken. Das gesamte Mobiliar wurde im Wohnzimmer zu einer bunten Pyramide aufgetürmt, das Kinderspielzeug am Klo gestapelt, der beste Wein ist ausgetrunken und an den Wänden prangen revolutionäre Botschaften: "Sie haben zuviel Geld" steht da etwa in punkigen Buchstaben hingeschmiert, oder: "Die fetten Jahre sind vorbei".
Es war ganz allein Jans Idee. Man muss die Reichen verunsichern, meint er, die dürfen nicht glauben, dass der Kampf schon gewonnen ist. Jule ist eigentlich Peters Freundin. Aber sie hat sich rettungslos in Jan verliebt. Und damit fangen die Probleme an. Verliebte machen nämlich Fehler, das war schon immer so. Mit einem Mal nimmt die Revolution eine radikale Wende. Und die Werte der "Erziehungsberechtigten" werden auf überraschende Weise in Frage gestellt.
Eine Geschichte, die Wut, Witz und Wendigkeit hat, dazu eine Handkamera, die aufregend dicht ans Geschehen rückt, und Schauspieler, die uns so selbstverständlich nahe kommen, als ob sie gute Freunde wären: Hans Weingartners Die fetten Jahre sind vorbei ist ein Kinofilm so frech und frei und klug wie fröhliche Punkmusik. Pure Energie, sagt der Regisseur, der früher selbst in der Berliner Hausbesetzerszene aktiv tätig war. "Ich hoffe, der Film vermag aufzurütteln und ein Bewusstsein zu schaffen, aber Humor und lustige Elemente waren mir auch außerordentlich wichtig. Es ist ja schließlich ein Film über junge Menschen. Ich habe gelesen, dass Kinder über 150 mal am Tag lachen. Erwachsene dagegen nur um die 10 mal. Außerdem sind Anspruch und Humor ja kein Widerspruch."

Credits

Titel Die fetten Jahre sind vorbei
Originaltitel Die fetten Jahre sind vorbei
Genre Drama
Land, Jahr Deutschland/Österreich, 2004
Länge 124 Minuten
Regie Hans Weingartner
Drehbuch Katharina Held, Hans Weingartner
Kamera Daniela Knapp, Matthias Schellenberg
Schnitt Dirk Oetelshoven
Musik Andreas Wodraschke
Produktion Hans Weingartner, Antonin Svoboda
Darsteller Daniel Brühl, Stipe Erceg, Julia Jentsch, Burghart Klaußner
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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