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Gods and Monsters

Gods and Monsters

Drama. USA 1998. 105 Minuten.

Regie: Bill Condon
Mit: Brendan Fraser, Ian McKellen

Am Morgen des 29. Mai 1957 trieb der legendäre Filmregisseur James Whale tot in seinem Swimmingpool. Die Umstände seines Ablebens geben bis heute Rätsel auf.

Hollywood in den späten fünfziger Jahren. Eine elegante Villa im Nobelbezirk Pacific Palisades. Im Garten unterhält sich der Kultregisseur James Whale, der 1931 mit Frankenstein und 1935 mit Frankensteins Braut Klassiker des Horrorgenres schuf und Boris Karloff zum Star machte, mit einem jungen Journalisten. Das Gespräch verläuft schleppend. Die Fragen langweilen Whale, er schlägt ein Spiel vor. Als Entschädigung für jede ehrliche Antwort soll der junge Mann ein Kleidungsstück ablegen. Als nur noch die Unterhose fehlt zum völligen Vergnügen, wird Whale kreidebleich vor lauter Aufregung und erleidet einen Schwächeanfall. Schließlich ist der Mann nicht mehr der Jüngste.
"Ich sehe Gods and Monsters als einen ehrlichen Film über das Schwulsein”, sagt Bill Condon, der für diese Betrachtung immerhin mit einem Drehbuch-Oscar ausgezeichnet wurde. "Es gibt einige wenig heitere Momente, gerade wenn es um zentrale Fragen von Lust, Begehren und Tod geht. Das machte viele Leute nervös, die lieber fröhliche, positive Filme über Schwule drehen wollten.”
Gods and Monsters ist manchmal amüsant, aber nur sehr selten fröhlich. Eine schöne Mischung aus Psychogramm und Filmgeschichte. In sensiblen Dialogen und sarkastischen Szenen erzählt Condon von den letzten Tagen eines einst gefeierten Regisseurs, der vom offiziellen Hollywood wegen seiner offen eingestanden Homosexualität angefeindet und verstoßen wurde. Whale (Ian McKellen, der für diese Rolle mit einer Oscarnominierung ausgezeichnet wurde) lebt allein mit seiner Haushälterin (Lynn Redgrave, ebenfalls oscarnominiert), einer liebevollen Kratzbürste, die Gott täglich auf Knien anfleht, dass er ihrem geliebten Arbeitgeber die sexuellen Eskapaden nachsehen möge, wenn er dereinst vor seinem Schöpfer stehen wird. Lange kann es wohl nicht mehr dauern. Ein Gehirnschlag hat Whale längst aus der Bahn geworfen.
Aber noch lebt der Regisseur, noch bäumt er sich verzweifelt gegen "die elektrischen Tornados im Gehirn” auf, wie er die Anstürme von schmerzhaften und bedrückenden Erinnerungen nennt, die ihn tagsüber nicht ruhen und nachts nicht schlafen lassen. Der einzige Vertraute, den er in seinen letzten Tagen hat, ist sein Gärtner Boone (Brendan Fraser). Immer unverhohlener umgarnt Whale den naiven jungen Mann, doch dabei geht es ihm nicht um eine sexuelle Eroberung, ihm schwebt etwas viel Komplexeres vor: Whale plant die Inszenierung seines eigenen Sterbens, in der Boone, ohne es zu ahnen, die Rolle des Todesengels übernehmen soll. "Ich habe noch nie getötet, aber ich wäre dazu fähig gewesen”, gesteht Boone in einem intimen Moment. Whale hört sowas mit Interesse.

Text:  Peter Krobath

Credits

Titel Gods and Monsters
Originaltitel Gods and Monsters
Genre Drama
Land, Jahr USA, 1998
Länge 105 Minuten
Regie Bill Condon
Drehbuch Bill Condon auf Grundlage des Romans Father of Frankenstein
Kamera Stephen M. Katz
Schnitt Virginia Katz
Musik Carter Burwell
Produktion Paul Colichman, Gregg Fienberg, Mark R. Harris, Clive Barker, Stephen P. Jarchow
Darsteller Ian McKellen, Brendan Fraser, Lynn Redgrave, Kevin J. O´Connor, Lolita Davidovich
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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