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Der ganz große Traum

Der ganz große Traum

Drama, Sportfilm. Deutschland 2011. 110 Minuten.

Regie: Sebastian Grobler
Mit: Daniel Brühl, Burghart Klaußner

Schwer vorstellbar - aber es gab eine Zeit, in der Fußball nicht die wichtigste Nebensache der Welt war, sondern gerade in Deutschland geächteter Minderheitensport. Daniel Brühl als engagierter Lehrer, der die Welt veränderte.

Filmstart: 1. April 2011

Der König heißt Fußball. Zumindest in Mitteleuropa sieht der Nabel der Welt wie eine Wuchtel aus, Fußball ist ein wesentlicher Teil der Alltagskultur. Doch das war nicht immer so. Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts galt das Fußballspiel hier als obskure Beschäftigung englischer Freaks und war so gut wie unbekannt.
Als der junge Lehrer Konrad Koch (Daniel Brühl) im Jahre 1874 am altehrwürdigen Braunschweiger Gymnasium Martino seine Stelle antritt, ist er einer der wenigen in dem großen Haus, die mit dem Begriff Fußball etwas anfangen können. Gerade aus England zurückgekommen, hat er neben Sprachkenntnissen auch einen echten, ledernen Football mitgebracht. In Deutschland kennt man in diesen Tagen nur die Medizinbälle der Turner.
Englischunterricht an einer deutschen Schule ist für damalige Verhältnisse etwas ganz Neues. Das muss auch Koch bald feststellen: Seine Schüler - geprägt von Zucht und Ordnung und verseucht von kriegstreiberischem Fremdenhass gegen die Engländer, die sich bekanntlich ausschließlich von rohem Fleisch mit Minzsauce ernähren - können zwar die deutschen Klassiker auswendig aufsagen, aber der fremden Sprache und ihrem Akzent gegenüber sind die Burschen völlig lernresistent. Da hat Koch die - regelrecht revolutionäre - Idee: Mithilfe des Fußballsports will er seine Schüler nicht nur für Land und Leute, sondern auch für die dazugehörige Sprache begeistern. Was der Frontalunterricht nicht schafft, geht im Turnsaal wie im Sturm: Anhand der Spielregeln und -Strategien lernen sich die dazugehörigen Vokabeln fast von allein.
Doch damals wie heute stoßen neue Ideen nirgends auf so viel Ablehnung wie im Schulwesen. Als die finanzkräftigen Mitglieder des Schulfördervereins von Kochs Unterrichtsmethoden Wind bekommen, ist die Empörung groß. Dieses barbarische Fußballspiel muss sofort aufhören, sonst wird Koch rausgeschmissen. Aber womit die bornierten Großbürger nicht rechnen: Das Fußballfieber hat ihre Söhne längst infiziert - und wie die Geschichte zeigt, ist diese Krankheit absolut unheilbar …

"Fußball galt lange Zeit als anarchistisches Spiel, an Schulen wurde es oft verboten“, erzählt der deutsche Regisseur und Fußballfan Sebastian Grobler über sein hochkarätig besetztes Langfilm-Debüt über den legendären Fußballpionier Konrad Koch (1846 - 1911), der als erster die offiziellen Fußballregeln ins Deutsche übersetzte. "Das damals herrschende Turner-Ideal stand gegen den Gedanken des Gewinnens, das fand man unmoralisch und unehrenhaft.“

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Der ganz große Traum
Originaltitel Der ganz große Traum
Genre Drama/Sportfilm
Land, Jahr Deutschland, 2011
Länge 110 Minuten
Regie Sebastian Grobler
Drehbuch Philipp Roth, Johanna Stuttmann
Kamera Martin Langer
Schnitt Dirk Grau
Musik Ingo L. Frenzel
Produktion Anatol Nitschke, Raoul B. Reinert
Darsteller Daniel Brühl, Burghart Klaußner, Theo Trebs, Axel Prahl, Adrian Moore, Justus von Dohnányi, Kathrin von Steinburg
Verleih Thimfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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