Filminfo zu

Invasion

The Invasion

Horror, Science-Fiction, Thriller. USA 2007. 99 Minuten.

Regie: Oliver Hirschbiegel
Mit: Daniel Craig, Jeremy Northam, Nicole Kidman

Die Trümmer eines Space Shuttles lassen die Welt in sozialer ­Kälte versinken: Alien-Sporen verwandeln die Menschen in emotionslose Kreaturen, die Nicht-Infizierte jagen – und mittendrin sucht Nicole Kidman mit Daniel Craig ihren Sohn.

Filmstart: 19. Oktober 2007

Über dem himmel der US-Hauptstadt Washington ereignet sich eine gewaltige Explosion. Wieder einmal hat’s ein Space Shuttle zerrissen. Zwischen Texas und D.C. prasseln die verkohlten Bruchstücke auf die Erde. Die Behörden, geübt darin, ­bekommen die Katastrophe im Handum­drehen unter Kontrolle. Kein Grund zur Sorge, was sind schon ein paar tote Astronauten gegen die unendlichen Weiten des Weltraums. Aber dann tauchen erste Gerüchte auf. Irgendein komisches Zeug habe an den Wrackteilen geklebt. Etwas organisches, das die extreme Kälte im All und die infernalische Hitze beim Eintritt in die Atmosphäre locker weggesteckt hat. War’s wirklich nur Dreck?

 Carol Bennell (Nicole Kidman) arbeitet als Psychiaterin in Washington. Ein überaus ­sicherer Job, hier wimmelt’s schließlich von Politikern. Trotzdem fühlt sich Carol auf ­einmal ziemlich verunsichert. Unmittelbar auf die Shuttle-Katastrophe folgt nämlich ein ­signifikanter Anstieg von bizarren Vorfällen im gesellschaftlichen Zusammenleben. Eine von Carols Patientinnen behauptet, ihr Mann sei gegen einen Doppelgänger ausgetauscht worden. Leute zucken auf der Straße aus und werden von der Polizei in Rekordzeit aus dem Verkehr gezogen, gewalttätige Ausschreitungen erstickt die Exekutive mit drastischen Mitteln. Irgendwas stinkt hier gewaltig, auch wenn die komische Substanz, die an den ­Süßigkeiten klebt, welche Carols Sohn Oliver (Jackson Bond) zu Halloween von den Nachbarn geschenkt bekommen hat, geruchlos ist. Carol lässt das Zeug auf Verdacht untersuchen. Heraus kommt, dass es möglicherweise lebende Materie enthält. Dann fangen die Behörden an, von einer neuartigen ­Grippe zu labern. SARS lässt grüßen, jeder glaubt’s. Nur nicht Carol. Die zieht ihren befreundeten  Kollegen Ben (Daniel „Geschüttelt, nicht ­gerührt“ Craig) ins Vertrauen. Aber das Duo ist spät dran: Längst sind die unheimlichen Vorgänge zur Epidemie geworden. Praktisch über Nacht mutieren die Mitmenschen zu gleichgeschalteten Kreaturen, die zwar menschlich aussehen, aber nur ein Ziel verfolgen: Nicht-Infizierte anzuspeiben, damit sie zu Ihresgleichen werden. Für Carol verschärft sich die Lage zusätzlich, weil Oliver gerade zu Besuch bei seinem Vater ist. Der war einer der ersten Gesundheitsbeamten, die die Shuttle-Wrackteile untersucht haben. Carol muss herausfinden, ob Oliver noch aus den gefühllosen Alien-Klauen ihres Ex zu retten ist. Aber die Welt um sie herum pervertiert im Schweinsgalopp, und wenn Ben und Carol auf ihrer Rettungsmission nicht absolut gelassen bleiben, keine Gefühle zeigen und vor allem nicht einschlafen – weil sie dann auf jeden Fall erwischt würden – ist es aus mit ihnen …

 Die aktuellste filmische Interpretation des 1955 erschienenen Pulp-Literatur-Klassikers Invasion of the Bodysnatchers von Jack ­Finney ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert. Die Story könnte nicht direkter aus dem Leben gegriffen sein: Hier wie dort ­werden Politiker, Beamte, Medienfuzzis und andere Menschen in gesellschaftlichen ­Führungspositionen durch logisch unbegreifliche Vorgänge zu gleichgeschalteten Gefühlszombies, die keine Andersartigkeit tolerieren, und wer nicht mitmachen will oder die Panik kriegt, wird brutal aus dem Verkehr gezogen und mit Gewalt umgewandelt. Außerdem ist Invasion der Hollywood-Einstand des in Wien lebenden Meister­regisseurs Oliver Hirschbiegel (Das Experiment, Der Untergang), der dem Film eine ungewöhnliche Direktheit verpasst: Action, Special Effects und Gruslig-Grausliches ­paaren sich zu einem slicken Genre-Mix. Am Ende entlässt einen der Film mit der seltenen, von manchen vielleicht als gewagt empfundenen Message, dass es in der Problematik des Zusammenlebens der Menschen keine allgemeingültigen Lösungen oder Antworten gibt. Das ist für einen SciFi-Horror-Action-Thriller außergewöhnlich viel. Kidman und Craig können im Übrigen sowieso nichts falsch machen: Sie sind schön, cool, tolle Schauspieler. Hirschbiegel dürfte übrigens auch ein cooler Typ sein. „Er legt größten Wert auf die Leistungen seiner Darsteller“, kommentiert Nicole Kidman. „Und er mag Frauen. Ihn fasziniert die weibliche Psychologie – was Frauen fühlen, was sie stark macht, was sie reifen lässt."

Text:  Klaus Hübner

Credits

Titel Invasion
Originaltitel The Invasion
Genre Horror/Science-Fiction/Thriller
Land, Jahr USA, 2007
Länge 99 Minuten
Regie Oliver Hirschbiegel
Drehbuch David Kajganich
Kamera Rainer Klausmann
Schnitt Hans Funck, Joel Negron
Musik John Ottman
Produktion Joel Silver
Darsteller Daniel Craig, Jeremy Northam, Nicole Kidman, Jeffrey Wright, Veronica Cartwright, Jackson Bond
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

2 Kommentare

ganz ok :-)

die Handlung an und für sich wurde nicht neu erfunden, also nichts Aussergewöhnliches aber der Film ist gut gemacht, etwas gruselig und auf alle Fälle sehr spannend!

19. Oktober 2007
13:24 Uhr

von tamara1703

emotionslos

Was ist mit Nicole Kidman passiert? Sie spielt in diesem Film so kalt. Wie eine wunderschöne Schaufensterpuppe, aber ohne Leidenschaft. Für mich wirkt sie wie die eigentliche Außerirdische - emotionslos. Was den Film gesamt angeht: könnte besser, könnte schlechter sein; einfach Durchschnitt.

2. November 2007
17:40 Uhr

von elvellon

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