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Black Swan

Black Swan

Thriller. USA 2010. 108 Minuten.

Regie: Darren Aronofsky
Mit: Natalie Portman, Mila Kunis, Winona Ryder, Vincent Cassel

Tanz um Leben und Tod: Darren Aronofsky (The Wrestler) inszeniert einen obsessiven Psychothriller mitten im Ballettmilieu – mit Natalie Portman, Mila Kunis und Vincent Cassel. Verstörend, mörderisch, virtuos und betörend!

Filmstart: 21. Januar 2011

Zarte Mädchen in Tüllröckchen, gelegentlich ein Zickenkrieg, Arbeit an der Choreographie und dann die Aufführung: Üblicherweise ist die Welt des Balletts im Kino recht vorhersehbar, und auf den ersten Blick wirkt auch Nina (Natalie Portman) ganz normal. Doch es führt Darren Aronofsky Regie, Schöpfer des Sensationserfolgs The Wrestler (mit Mickey Rourke), und der ergründet in Black Swan mit dem klassischen Ballett eine weitere Form der extremen Körperkunst, die hier Hintergrund für einen Psychothriller ist.
Nina ist mit Leib und Seele Tänzerin, und ihre Mutter (Barbara Hershey), selbst Ex-Balletttänzerin, unterstützt sie nach Kräften. Seit der bisherige Star (Winona Ryder) rausgeflogen ist, ist Nina die Beste im Ensemble, und der künstlerische Leiter Thomas Leroy (Vincent Cassel) hat sie dazu auserkoren, Star der nächsten Schwanensee-Inszenierung zu sein: Die Doppelrolle – die liebliche, unschuldige weiße Schwanenkönigin und der böse, verführerische schwarze Schwan – ist einer der herausforderndsten Parts, den eine Ballerina tanzen kann. Nina ist der ideale weiße Schwan: rein, anmutig, technisch perfekt. Doch für die Rolle des schwarzen Spiegelbildes fehlt ihr der entscheidende Funke.
Da kommt Lily (Mila Kunis) ins Spiel. Sie ist die Neue im Ensemble. Sie raucht, sie isst Fast Food, sie hat schnellen Sex. Und sie tanzt wie eine Göttin: nicht präzise, aber mit unwiderstehlicher Energie. Thomas macht Lily zur Zweitbesetzung – und Nina ist klar: Ihr droht höchste Gefahr …

Was als Tanzfilm wie jeder andere beginnt, kippt unter den Händen von Regie-Magier Aronofsky zunehmend in den Irrsinn: Realistische Trainingssituationen und irreale Szenen wechseln einander immer rascher ab, am Ende fügen sich Horrorelemente organisch ins Ballett-Marzipanrosa. Black Swan verknüpft die Handlung des Schwanensee-Balletts eng mit der Metamorphose, die Nina durchmacht, und verhandelt dabei Sex, Frigidität, Essstörung, Selbstverletzung. Die Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn verwischt zusehends: Ist Nina in einem Albtraum? In einem Märchen? Droht ihr tödliche Gefahr vom Schwarzgefiederten Schwan, den die erotische Lily so perfekt verkörpert? Oder dreht sie ganz einfach durch im Stress vor der Aufführung?
Körperkult bis zur Selbstzerfleischung und psychischer Druck bis zum Verlust der Zurechnungsfähigkeit: Der virtuos inszenierte Black Swan, der in Venedig das Filmfestival 2010 eröffnete, lässt sich schwer kategorisieren – und eröffnet sowohl Tanz- als auch Horrorbegeisterten jeweils ein völlig neues Bild auf ihr Lieblingsgenre. Allen dazwischen bietet sich die wohl atemloseste Kinoerfahrung des Winters.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Black Swan
Originaltitel Black Swan
Genre Thriller
Land, Jahr USA, 2010
Länge 108 Minuten
Regie Darren Aronofsky
Drehbuch Mark Heyman, Andres Heinz, John J. McLaughlin
Kamera Matthew Libatique
Schnitt Kristina Boden, Andrew Weisblum
Musik Clint Mansell
Produktion Scott Franklin, Mike Medavoy, Arnold Messer, Brian Oliver
Darsteller Natalie Portman, Mila Kunis, Winona Ryder, Vincent Cassel, Barbara Hershey
Verleih Centfox

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

guter Wahnsinn

Nach diesem Film bin ich mir nicht mehr sicher ob ich jemals ein Ballet sehen möchte.
Ein sehr spannender Film, bis zum Schluss, gepaart mit Irrsinn und vollkommenem Egoismus.
Ich kann ihn nur sehr empfehlen, auch wenn er nicht jedermans Sache sein wird!

28. Dezember 2010
11:58 Uhr

von Knolli6

Nicht mein Fall

Tja, mein Fall war er nicht. Schade, ich hatte mich sehr darauf gefreut. Meiner Meinung nach, war eher brutal, weniger psycho und leider etwas lächerlich. Natalie Portman hat mich leider auch nicht überzeugt... So schad.

22. Januar 2011
11:38 Uhr

von HimBär

interessant

mein freund traf es beim ansehen von black swan recht gut mit dem kommentar: der film ist wie ein verkehrsunfall, man kann nicht hinschauen, aber wegschauen auch nicht wirklich. ziemlich verstörende ballettstory mit einer überzeugenden natalie portman in der hauptrolle. leider ist die hauptrolle ein sehr anstrengender und unsympathischer charakter. trotzdem spannend bis zum finale - 3 von 5 sternen.

23. Januar 2011
11:34 Uhr

von queenR

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