Trick 18

Interview mit Matt Damon zu Der Informant!

In Der Informant! ist Matt Damon als dicklicher Trickbetrüger so gut, dass er sogar sich selbst auf den Leim geht. SKIP ließ sich von dem charmanten Storyteller ganz freiwillig einwickeln.

SKIP: Der Informant! ist bereits Ihre fünfte Zusammenarbeit mit Steven Soderbergh. Was hat er, was andere Regisseure nicht haben?

Matt Damon: Nun, ich bin generell ein sehr treuer Darsteller (lacht). Mit Paul Greengrass habe ich jetzt auch schon den dritten Bourne-Film fertiggemacht, mit Gus Van Sant habe ich auch mehrmals gedreht, und im Jänner werde ich bei Clint Eastwood Wiederholungstäter.

SKIP: Steven Soderbergh hat gemeint, dass es ein regelrechtes Wunder ist, dass dieser Film jetzt endlich herauskommt ...

Matt Damon: Ja, das Projekt startete schon vor über acht Jahren (lacht)! Ich erinnere mich noch ganz genau, 2001 war das. Nach zwei Flops nacheinander stand ich damals total im Hollywood-­Abseits. Mein Telefon war nicht still, es war tot (lacht). Steven dagegen hatte gerade den Oscar für Traffic bekommen, nach zwei Nominierungen im Jahr davor, er war zu dem Zeitpunkt heiß wie nur irgendwas. Und da rief er mich an, und war ganz aufgeregt: "Ich hab da was gefunden, das müssen wir unbedingt gemeinsam machen. Ich faxe dir gleich die Story durch!!!“ Das war mein erster beruflicher Anruf seit neun Monaten, ich war also etwas verunsichert. "Wie ... willst du, dass ich das Drehbuch schreibe oder was?“ Und er drauf: "Nein, du sollst natürlich die Hauptrolle spielen!“ Ich habs überhaupt nicht gepackt (lacht).

SKIP: Sie haben einiges zugenommen für diesen Part ...

Matt Damon: Ja, das war toll! Für die Bourne-Filme habe ich ja Jahre im Fitnessstudio verbracht (lacht). Hier durfte - nein, musste ich die ganze Zeit Pizza essen und dunkles Bier trinken.

SKIP: Und das zahlt sich tatsächlich aus? Ist es wirklich besser als einfach Latex zu verwenden?

Matt Damon: Mit Latex kann man zwar gute Bäuche machen, aber das Fett, das man einfach überall anlegt beim vielen, falschen Essen, landet ja überall, im Gesicht, Hals, etc. Es ist einfach komplett anders, wirklich dick zu sein oder einfach nur einen Latexbauch umzuschnallen.

SKIP: Steven und Sie sind mittlerweile ziemlich gut befreundet?

Matt Damon: Ja, wir haben ein super Verhältnis miteinander. Das macht natürlich auch die Zusammenarbeit unkomplizierter. Ich erzähl Ihnen ein Beispiel, wie das bei uns läuft. Steven ruft mich an und fragt: "Hey, kannst du vielleicht einen Tag für Che opfern? Ich will von dir eine Szene in spanisch, aber du spielst einen Deutschen ...“ Ich: "Waswie?“ Steve erklärt mir, dass er in Spanien dreht, wo ich sowieso grade für Bourne-Promo-­Termine hinmuss. Also lasse ich mich da hinfliegen, absolviere meine Termine und treffe dann Steven an der Hotelbar. Plötzlich zieht er ein Buch aus der Tasche mit dem Titel Hinter dem Kerzenleuchter: Mein Leben mit Liberace. Und er schlägt eine Seite auf mit einem Bild von einem jungen, blonden Typen mit einem Pelzmantel, und daneben Liberace mit all seinen Ringen und einem Pelzmantel, und Steven sagt nur: "Du. Und Michael Douglas.“ (lacht)

SKIP: Und jetzt machen Sie das?

Matt Damon: Ja, klar, wir versuchen noch das Geld aufzutreiben, aber nächsten Sommer legen wir los.

Interview: Gini Brenner / September 2009

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