Daniel Düstentrieb

Interview mit Daniel Brühl zu Eva

Daniel Brühl, Sohn eines Deutschen und einer Spanierin, ist in beiden Kulturen akzentfrei zuhause, wie er im spanischen Sci-fi-Drama Eva beweist. Mit SKIP sprach er über Genrekino, den Ed-Wood-Moment und sein Hollywood-Engagement als Niki Lauda.

SKIP: Sie wechseln im Kino mühelos zwischen Deutsch, Spanisch, Englisch … in welcher Sprache können Sie eigentlich nicht schauspielen?

Daniel Brühl: Leider gibt es da schon ein paar (lacht). Ich hätte gern einen eingebauten Sprach-Chip, der es mir ermöglichen würde, alle Sprachen der Welt zu sprechen. Das wäre wunderbar ...

SKIP: Eva ist ein sehr ungewöhnlicher Film. Wie sind Sie zu diesem Projekt gekommen?

Daniel Brühl: Ich wollte schon so lange mal einen Sci-fi-Film drehen, aber in Deutschland gibt es keine richtige Genrefilm-Szene, irgendwie funktioniert das nicht. In Spanien schon, es gibt da eine Menge junger, talentierter Regisseure. Tja, und einer davon, Kike Maíllo, hat mir das Drehbuch zu Eva geschickt. Allerdings - ein Roboter-Movie made in Spain?? Ich hatte anfangs echt meine Zweifel.

SKIP: Warum?

Daniel Brühl: In Spanien gibts keine Budgets wie sie ein Spielberg hat. Und wenn bei Special effects gespart wird, wirds schnell sehr trashig. Und als ich die ersten Shots aus der Post Production gesehen habe, hat das wie Ed Wood ausgesehen. Ich hab gedacht: "Verdammt, jetzt bin ich im Arsch, ich spiele die Hauptrolle im schlechtesten Film des Jahres!" (lacht). Aber das waren nur Entwürfe, die fertigen Szenen haben mich umgehauen. Ich weiß nicht, wie die das gemacht haben mit dem Mini-Budget, das sind echte Genies.

SKIP: Gerade visuell ist Eva sehr beeindruckend ...

Daniel Brühl: Ja, die Kombination aus Seventies-Ambiente mit total futuristischen Elementen ist großartig. Und das Ganze in einer Schneelandschaft! Ein spanischer Film, der im Schnee spielt, das ist etwas ganz Besonderes.

SKIP: Wo haben Sie gedreht?

Daniel Brühl: In La Brévine in der französischen Schweiz. Es ist f*cking kalt dort, der kälteste Platz in ganz Europa, kälter als im hohen Norden. Man nennt die Gegend auch das europäische Sibirien. Mit Recht.

SKIP: Sorry für den üblen Witz - aber bald wird Ihnen wieder ordentlich heiß werden, Sie spielen ja demnächst Niki Lauda in Ron Howards Rennfahrer-Drama Rush

Daniel Brühl: (lacht) Ja, im Februar werden wir zu drehen beginnen, die Vorbereitungen beginnen gleich nach Venedig. Als erstes gehts ab zum Nürburg-Ring zu einem Oldtimer-Rennen, und dann werde ich auch einige echte Rennfahrer kennenlernen, auch Niki Lauda selber, ich bin schon ganz aufgeregt!

SKIP: Niki Lauda ist eine österreichische Legende, haben sie Angst, dass sie als Deutscher mit Vorurteilen kämpfen werden müssen?

Daniel Brühl: Na wenigstens bin ich kein Amerikaner (lacht).  Und ich lebe in Berlin, weit weg von Österreich - wenn ichs vermassle, komm ich einfach nicht mehr nach Wien.

Interview: Gini Brenner / September 2011

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