Into the Woods

Interview mit Lee Pace zu Der Hobbit: Smaugs Einöde

Alarmstufe Elb. Zwar ist der höchst attraktive 34-Jährige schon geraume Zeit im Business - aber außer Fans der TV-Serie Pushing Daisies kennt ihn kaum jemand. Das wird sich ändern: In The Hobbit: Smaugs Einöde spielt Lee Pace den stolzen König der Waldelben und glänzt mit einer Familienportion Charisma.

SKIP: Was für ein Typ ist Elbenkönig Thranduil? Seine Rolle ist ja im Film etwas breiter angelegt als im Buch.

Lee Pace: Naja, er ist nicht gerade der kuscheligste von allen, und auch nicht gerade der beste Vater für Orlandos Legolas. Er ist ein harter Knochen, aber ich mag ihn. Auch wenn er nicht besonders liebenswert ist. Aber es ist ihm eh komplett egal, was man von ihm hält. An sich ist er wohl eine Art Bösewicht im Film, weil er mit den Zwergen verfeindet ist - aber ich verstehe ihn irgendwie. Ich meine, er will sie davon abhalten, einen riesigen schlafenden Drachen aufzuwecken, das ist doch nachvollziehbar.

SKIP: In der ersten Trilogie hat Peter Jackson ja noch viel mit der Forced-Perspective-Technik gemacht, wo gleich große Schauspieler in der selben Szene durch ihre Positionierung und die der Kamera im Film unterschiedlich groß wirken. Diesmal ging das wegen der 3D-Technik nicht mehr, also wurden in vielen Dialogszenen die Figuren erst nachträglich im Computer zusammengebracht - wie war es, das zu spielen?

Lee Pace: Relativ ungewohnt. Richard (Armitage, Anm.) und ich haben ja einige sehr intensive gemeinsame Szenen. Im echten Leben sind wir etwa gleich groß, aber im Film ist er ein Zwerg, und ich noch größer als in Wirklichkeit. Und so haben wir zwar gemeinsam geprobt, aber jeder einzeln gedreht - und das war ziemlich kompliziert, weil unsere Bewegungen ja trotzdem zusammenpassen mussten. Es war wie ein Tanz ohne Musik, mit einer sehr komplizierten Choreographie. Und als ich dann einige dieser Szenen das erste Mal fixfertig gesehen habe, hats mich echt umgehauen. Vor allem, weil die Umgebung so schön ist: Das unterirdische Reich von Thranduil ist umwerfend geworden in seiner magischen Düsternis - und Mirkwood, der Wald oben drüber, ist fast psychedelisch.

SKIP: Wenn man sich so genau an Anweisungen halten muss, hat man da nicht als Schauspieler manchmal das Gefühl, dass auch die Kreativität eingeschränkt wird?

Lee Pace: Nein, ganz im Gegenteil, es ist ziemlich cool, so zu arbeiten - vor allem weil man immer merkt, dass da echt ein Plan dahintersteckt. Da gehts ums große Ganze, und nicht darum, ob ich irgendeine kreative Vision habe, dass ich plötzlich doch drei Schritte weiter nach rechts gehen soll.

SKIP: Aber kann man in so einem Hightech-Fantasy-Setting überhaupt einer Figur echte Tiefe geben?

Lee Pace: Klar geht das. Ich finde das Fantasy-Ding ja überhaupt extrem inspirierend. Bis vor kurzem habe ich schließlich immer nur Menschen gespielt (lacht). Dann war ich ein Vampir in Twilight, und gerade habe ich Guardians of the Galaxy abgedreht, in dem ich einen Alien spiele. Einen echten Psycho-Alien.

Interview: Gini Brenner / November 2013

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