The Dogfather

Interview mit Rob Minkoff zu Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman

Er brachte einen Löwen zum Brüllen (Der König der Löwen) und einen kleinen Mäuserich in die große Stadt (Stuart Little): Nun schickt Regisseur Rob Minkoff einen Hund und seinen menschlichen Sohn auf eine turbulente Reise durch die Zeit. Über sein Faible für tierische Helden sprach er mit SKIP im Interview.

SKIP: Die Dynamik von Mr. Peabody & Sherman erinnert ja teilweise frappierend an ein britisches Detektivduo ... 

Rob Minkoff: Ja, ganz richtig (lacht). Der Grund, warum der Film überhaupt als abendfüllender Animationsfilm konzipiert wurde, war eben diese außergewöhnliche und fast schon klassische Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren. Sherlock Holmes und Dr. Watson waren da natürlich die großen Vorbilder.

SKIP: Der Großteil ihrer bisherigen Animationsarbeiten, wie eben Der König der Löwen oder Stuart Little, hatten Tiere als Protagonisten. Purer Zufall? 

Rob Minkoff: Ich bin natürlich ein ganz großer Animationsfan, und eine Sache, die dieses Medium eben so großartig macht, ist die Tatsache, dass man Figuren unheimlich gut vermenschlichen kann - egal ob es sich dabei um Tiere oder Spielzeuge handelt. Es hat sich bei mir eben zufällig ergeben, dass die Protagonisten fast alle Tiere waren.

SKIP: Warum sollte ein superintelligenter Hund eigentlich einen Menschen adoptieren? 

Rob Minkoff: Weil Menschen wohl die amüsanteren Spielgefährten sind als stumme Hunde (lacht). 

SKIP: Der Zeitomat wäre in Wirklichkeit ja eine tolle Erfindung. Wenn Sie selbst die Möglichkeit hätten, ihn zu nutzen, welche Zeitperiode würden Sie besuchen wollen?   

Rob Minkoff: Für mich wäre es ein Traum, das klassische Hollywood zu erleben und in die 1930er reisen zu können. Es ist eine Zeit, die ich natürlich nur durch Filme erlebt habe, und ich kann mir nur vorstellen, wie die Dinge vor Ort wirklich waren. Allerdings würde mich die Zeitmaschine ja nur in die Zeit und zum Ort führen, und ob sie mich dort dann jemals in ein Filmstudio hineinlassen würden, ist natürlich eine andere Frage (lacht).

SKIP: Woher kam eigentlich die Idee, eine knapp 50 Jahre alte Trickfilmserie zu adaptieren?

Rob Minkoff: Ich war als Kind ein extrem großer Fan der Serie. Mr. Peabody & Sherman waren Teil einer größeren Sendung, die The Bullwinkle Show hieß. Vor ungefähr 10 Jahren wurde dann die Idee an mich herangetragen, einen Spielfilm daraus zu machen. Ich hatte allerdings immer das Gefühl, dass dabei ein großer Teil der Faszination am Ausgangsmaterial verlorengehen würde, weshalb ich zunächst abgelehnt habe.

SKIP: Wieso sind Sie dennoch am Thema drangeblieben?

Rob Minkoff: Mir war diese einzigartige Vater-Sohn-Geschichte zwischen Mr. Peabody & Sherman enorm wichtig. Das ist ein Thema, das sich durch einige meiner Arbeiten gezogen hat, wie eben bei Der König der Löwen oder aber auch in Stuart Little, in dem es um eine ungewöhnliche Form von Adoption geht. Für mich ging es primär darum ein Verständnis zu entwickeln, wer diese Figuren eigentlich sind und wie ihr Verhältnis zueinander ist. Es handelt sich um eine sehr unkonventionelle Familie, was natürlich ungewöhnliche Problemstellungen und Hürden entwirft, die diese Figuren meistern müssen.

Interview: David Rams / Januar 2014

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