Im Krieg mit Onkel George

Interview mit Grant Heslov zu Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

Selbst Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent, ist Grant Heslov seit Jahren George Clooneys engster Partner beim Filmemachen. Mit SKIP sprach er über Onkel George und warum die österreichische Geschichte der Monuments Men nicht in Österreich gedreht wurde.

SKIP: Sie waren es, der auf das Buch über die Monuments Men gestoßen ist - wie haben Sie George Clooney überzeugt, daraus einen Film zu machen?

Grant Heslov: Das ist schon einige Jahre her. Ich hab das Buch gelesen und gleich gedacht, da steckt ein Film drin. Dann haben wir The Ides of March fertiggedreht und uns drüber unterhalten, was wir wohl als nächstes machen wollen - etwas Größeres, Lustigeres, weniger Zynisches. Und dann ist mir dieses Buch eingefallen, George hat es gelesen, und das wars.

SKIP: Die Geschichte spielt zum Teil auch in Österreich - warum haben Sie eigentlich nicht in Österreich gedreht?

Grant Heslov: Es wäre schlicht zu teuer gewesen. Wir haben viel in Deutschland gedreht, hier gibt es umfangreiche steuerliche Vorteile. Und es gibt so viele Plätze in Deutschland, die man als Österreich ausgeben kann, also hat das für uns super funktioniert.

SKIP: Monuments Men ist trotz aller Leichtigkeit ein Kriegsfilm. Haben Sie nie beabsichtigt, auch die reale, tragische Seite der Geschichte stärker zu betonen?

Grant Heslov: Es gibt schon so viele gute tragische Kriegsfilme. Spielbergs Saving Private Ryan oder Schindlers Liste, zum Beispiel, das hätten wir nie übertreffen können. Außerdem hatten wir ja bei dieser Geschichte den Vorteil, dass unsere Figuren immer erst auf der Bildfläche erschienen, als die richtige Scheiße quasi schon vorbei war - das heißt, wir mussten uns nie mit den wirklich schlimmen Kriegsereignissen auseinandersetzen.

SKIP: Sie gelten als George Clooneys momentan engster Kreativpartner. Wie lange kennen Sie einander schon?

Grant Heslov: Seit 32 Jahren. Wir haben uns auf der Schauspielschule getroffen, ich habe damals für seine ersten Porträtfotos bezahlt.

SKIP: Und haben Sie damals schon geahnt, dass sich das auszahlen könnte?

Grant Heslov: Nein überhaupt nicht (lacht). Aber wir waren damals beide arbeitslose Schauspieler, und ich hatte halt ein bisschen mehr Geld als er.

SKIP: Warum funktioniert Ihre Kollaboration so gut?

Grant Heslov: Wir wohnen sehr nahe beieinander, das vereinfacht vieles. Wir sind wirklich gute Freunde, verbringen sehr viel Zeit zusammen, für meine Kinder ist er Onkel George. Ein guter Onkel, vergisst keinen Geburtstag (lacht). George und ich können einfach gut miteinander arbeiten: Dann sitzen wir in unserem gemeinsamen Büro an unseren gegenüberliegenden Schreibtischen und schreiben von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends, dazwischen gibts Liefer-Mittagessen. Das ist alles sehr unglamourös. Wenn man einen Film macht, ist es jedes Mal wie wenn man selber Krieg führt - und George und ich sind wirklich gute Kampfgefährten.

Interview: Kurt Zechner / Februar 2014

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