Das Spiel mit dem Sex-Appeal

Interview mit Tom Cruise zu Magnolia

SKIP-Korrespondentin Elisabeth Sereda sprach mit Tom Cruise über seine bisher extremste Rolle.

SKIP: In Paul Thomas Andersons Magnolia spielst du einen charismatischen Sex-Guru, der dem männlichen Geschlecht durch starke Sprüche zu neuer Macht und Stärke verhelfen will. In dieser Rolle sagst du Sachen, für die dir deine Mami ganz sicher den Mund mit Seife ausgewaschen hätte.

Tom Cruise: (lacht) Allerdings! Das war nicht gerade die Rolle, die ich vor meinen Kindern geübt habe! Nicole hätte mich umgebracht!

SKIP: In diesem Film unterweist du deine Geschlechtsgenossen in der Kunst der Verführung. Wo hast du selbst die Kunst der Verführung gelernt?

Tom Cruise: Wo ich die Kunst der Verführung gelernt habe? Ich weiß nicht ... Bin ich überhaupt ein Künstler der Verführung?

SKIP: Hör mal Tom, diese Frage kann ich dir wirklich nicht beantworten!

Tom Cruise: Naja, ich dachte immer, ich sei nur Schauspieler ...

SKIP: Was? All dieser Sex-Appeal ist nur gespielt?

Tom Cruise: Nicole Kidman habe ich damit immerhin rumgekriegt ...

SKIP: Zurück zum Thema Sex-Guru: Bis jetzt hast du zumindest auf Boxershorts bestanden, wenn es im Kino um nackte Tatsachen ging, aber in Magnolia lässt du bis auf sehr, sehr enge Unterwäsche alles fallen. Nicht gerade das Saubermann-Image, das du so lange kultiviert hast?

Tom Cruise: Da kannst du dich bei meinem Regisseur Paul Thomas Anderson bedanken. Er hat mich dazu überredet. Warum lässt du nicht die Hosen fallen, sagt er. Und ich: Wie bitte? Ist das dein Ernst? Bist du dir da sicher? Na gut, okay, wenn du meinst.

SKIP: Und seitdem fragt sich natürlich die ganze Welt, ob das dicke Ding in deiner Hose echt oder eine Prothese ist. Anderson sagte, dass dir der Mann von der Kostümabteilung einfach eine alte Socke reingestopft hätte ... stimmt das?

Tom Cruise: Ich hoffe, du bist mir nicht böse, wenn ich dazu gar nichts sage. Zu meiner Rolle in Magnolia möchte ich noch hinzufügen: Es war ein Risiko. Aber soll ich auf Risiken verzichten? Soll ich interessante Rollen auslassen, nur weil mich mein Publikum dafür hassen könnte? Nein. Dazu bin ich nicht bereit.

Interview: März 2000

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