Der Holland-Job

Interview mit Tom Holland zu Spider-Man: Homecoming

Tom Holland hatte vorab wohl niemand als Spidey-Neubesetzung auf dem Schirm. Wie er sich im Kostüm des eventuell beliebtesten Comic-Helden von allen gefühlt hat, verriet er uns im Zuge eines exklusiven Set-Besuchs in Berlin.

SKIP: Tom, du konntest beim Casting für die Rolle 7500 Mitbewerber ausstechen. Wie hast du reagiert, als der Anruf kam?

Tom Holland: Ich hab zunächst gar keinen Anruf bekommen. Ich lag zu Hause im Bett rum und habe mich durch Instagram gescrollt. Da bin ich plötzlich bei einem Eintrag von Marvel gelandet: „Geht auf unsere Website, um rauszufinden, wer der nächste Spider-Man ist!“ Als ich dort meinen Namen gelesen habe bin ich komplett ausgeflippt, weil ich selbst nicht geglaubt habe, dass ich dafür in Frage komme! Kurz darauf hat dann aber auch schon Marvel-Präsident Kevin Feige durchgeklingelt und mir alles persönlich bestätigt. Ich habe ihm nur geantwortet: „Das weiß ich doch längst. Dachtest du, dass ich das nicht mitkriege?“ (lacht)

SKIP: Warst du davor schon an Comics interessiert?

Tom Holland: Als Kind nicht so sehr. Ich mochte natürlich diverse Filme und habe gern Spider-Man-Kostüme getragen. Nachdem ich die Rolle bekommen hatte, wurden mir aber alle Comics zum Thema zugeschickt – ich konnte mich so richtig reinarbeiten. Für einen Schauspieler sind diese Vorlagen ein Traum, weil sie wie ein Schummelzettel sind. Immer wenn man etwas zu seiner Figur wissen möchte, kann man sich dort die nötigen Antworten holen.

SKIP: Was war es für ein Gefühl, zum ersten Mal Spider-Mans Anzug überzustreifen?

Tom Holland: Da habe ich zwei Geschichten. Die erste hängt mit Captain America: Civil War zusammen: Weil ich dort erst so spät dazugestoßen bin, und bereits mit meinem Stunt Double gefilmt worden war, hatte man keine Zeit, mir einen eigenen Anzug zu fertigen – also musste ich seinen tragen. Der Typ war aber viel größerals ich! Der Suit saß also nicht ganz so tight …Als ich aber für Spider-Man: Homecoming „meinen“ Anzug bekam, war das eine fast unwirkliche Erfahrung: Das Teil schaut so geil aus, dass man glaubt, dass es die Tricks aus den Filmen tatsächlich beherrscht. Wobei ich anfangs eine Stunde gebraucht habe, um aus dem Teil rauszukommen – mühsam, wenn man schon dringend pinkeln muss! (lacht)

SKIP: Hat sich dein Leben seit der Rolle verändert?

Tom Holland: Zu Hause in London mach ich immer noch den Abwasch, da hat sich nicht viel getan! Aber einen Tisch im Restaurant kriegt „Spidey“ jetzt natürlich leichter … Bei vielen Entscheidungen haben mir auch die Leute von Marvel geholfen. Man kriegt z. B. erklärt, was man in den sozialen Medien posten darf. Auch Robert Downey hat versucht, mich per Mail darauf vorzubereiten, was auf mich zukommen wird.

SKIP: Was hat er dir denn da geschrieben? „Trinke niemals Champagner in der Öffentlichkeit“?

Tom Holland: Haha. Nein, es ging hauptsächlich um die Arbeit am Set. Da konnte ich mir viel abschauen: Er ist immer pünktlich, top vorbereitet und zu jedem freundlich. Und er bringt diese spezielle Energie mit, die alle motiviert, ihr Bestes zu geben.

SKIP: Du wirst Spidey in weiteren Filmen spielen, weißt also schon recht genau, was du in den nächsten zehn Jahren machen wirst. Du wirst künftig auch stark mit dieser Rolle verknüpft sein. Machst du dir darüber Gedanken?

Tom Holland: Ich will nicht nur als Spider-Man bekannt sein.Daher visiere ich auch Schauspiel-Jobs an, mit denen ich andere Aspekte abdecke und schauspielerische Grenzen auslote. Und wenn ich in zehn Jahren dann immer noch Spider-Man spielen könnte und mir auch als Schauspieler Tom Holland einen Namen gemacht hätte, wäre ich echt glücklich!

Interview: Christoph Prenner, Foto: © Sony Pictures Releasing GmbH / Juni 2017

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