Girl im Netz

Interview mit Kirsten Dunst zu Spider-Man

"Jede gute Geschichte dreht sich letztendlich um ein Girl", sagt Spider-Man. Um Hollywood-Jungstar Kirsten Dunst werden sich sicher noch viele gute Geschichten drehen. Ein paar davon hörte Gini Brenner beim SKIP-Interview in Los Angeles.

SKIP: Kirsten, wie gut hast du die Spider-Man-Comics gekannt, bevor du die Rolle angenommen hast?

Kirsten Dunst: Ich habe sie erst alle gelesen, als ich mich für die Rolle vorbereitet habe. Ich war immer ein richtiges Girlie, ich liebte Barbie und Mein kleines Pony. Das ist das Tolle an Spider-Man, dem Film: Er bietet nicht nur heiße Action für die Jungs, sondern auch jede Menge für Mädels: eine schöne Love-Story, eine starke weibliche Heldin – das bin natürlich ich (lacht).

SKIP: Könntest du dir vorstellen, selber auch mal eine Superheldin zu spielen?

Kirsten Dunst: So wie Lara Croft oder Supergirl? Ich glaube nicht (lacht). Mir hat die Action in Spider-Man schon gereicht. Dabei haben sie mich gar nicht durch so geschleift wie Tobey. Mir hat man nur plötzlich einen Gurt um den Bauch geschnallt, und whoosh! hing ich dreißig Meter in der Luft. Dabei habe ich solche Höhenangst!

SKIP: Apropos Barbie: Wie gefällt dir die Mary-Jane-Action-Figur zum Film?

Kirsten Dunst: Schrecklich! Die sieht mir überhaupt nicht ähnlich! Ich finde, die sieht aus wie ein Mann. Wie Ken mit roten Haaren.

SKIP: Und die anderen Spider-Man-Puppen? Finden die deine Gnade?

Kirsten Dunst: Ja, Tobeys ist ziemlich cool. Auch wenn sie seltsam zweideutig, fast phallisch wirkt: Wenn man sie gut schüttelt, schießt weißes Zeug aus ihr raus! (kichert) Ich meine natürlich das Spinnennetz. Wir haben uns am Set stundenlang darüber zerkugelt.

SKIP: Besonders mit Tobey hast du dich ja super verstanden ...

Kirsten Dunst: Oh ja. Vom ersten Augenblick an.

SKIP: In vielen Zeitungen stand sogar, dass er heftig in dich verknallt sei ...

Kirsten Dunst: (lacht) Ach, Tobey verliebt sich ständig in irgendwelche Frauen. Ich war da nur eine von vielen.

SKIP: Den berühmten 'Kopfüber-Kuss' hat er auf jeden Fall trotz der verschärften Drehbedingungen sehr genossen, sagte er. Du auch?

Kirsten Dunst: Nein, ganz und gar nicht (lacht). Ich hatte ja fast nichts an, war tropfnass und durchgefroren. Aber Tobey ließ keine Gelegenheit aus, mich zu küssen!

SKIP: Im Film hast du gleich drei Boyfriends. Wie sieht´s im richtigen Leben aus?

Kirsten Dunst: Ich habe viel zu wenig Zeit für Jungs. Und wenn, dann würde ich mich sicher nicht mit solchen Vollidioten wie z. B. Flash aus dem Film rumschlagen.

SKIP: Du bist gerade 19 und hast keine Zeit für Liebe? Ist das dein Ernst?

Kirsten Dunst: Na ja, ich bin schon ein bisschen verrückt (lacht). Zur Zeit bin ich jedenfalls Super-Single.

SKIP: Du warst schon als Kind im Filmbiz tätig. Hattest du jemals das Gefühl, dadurch um deine Kindheit gebracht worden zu sein?

Kirsten Dunst: Ganz im Gegenteil. Meine Familie hat immer toll auf mich aufgepasst. Ich bin auch immer ganz normal zur Schule gegangen – nur nach der Schule hab ich halt dann Sachen tun dürfen, die die anderen nicht machten. Das war cool. Ich war auch nie eine Außenseiterin – ich habe immer versucht, nett zu allen zu sein und hatte viele gute Freunde. Außerdem half mir die Filmerei auf eine gewisse Art und Weise, meine Unschuld zu bewahren: Während die anderen Party machten und in Schwierigkeiten kamen, stand ich gut behütet am Filmset (lacht).

SKIP: Mit ungefähr 10 Jahren hattest du deine erste große Rolle in Interview mit einem Vampir neben Brad Pitt. Jetzt bist du alt genug, seine Freundin zu spielen. Irgendwas in dieser Richtung geplant?

Kirsten Dunst: Nein. Das könnte ich mir auch gar nicht vorstellen – seine Schwester vielleicht, aber nicht seine Freundin. Brad ist jetzt fast 40, ich bin 19 – das passt doch nicht zusammen! Aber das ist das Unfaire in Hollywood: Männer sind immer im 'richtigen Alter' – egal, wie alt sie wirklich sind. Frauen hingegen altern rasend schnell. In zehn Jahren werden sie mir wahrscheinlich eine Rolle als Brads Mutter anbieten (lacht).

Interview: April 2002

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